Tübinger Spring School 2018 "Qualitativ Forschen"

12. und 13. April 2018

 

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Zielsetzung und Angebot

Die Graduiertenakademie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen lädt Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus Tübingen und anderen Universitäten herzlich zur Spring School „Qualitativ Forschen“ am 12 und 13. April 2018 ein.
Wer eine empirische Qualifikationsarbeit schreibt, steht oftmals schon zu Beginn des Forschungsprozesses vor der Frage nach einem geeigneten Forschungsstil sowie Methoden der Gewinnung und Analyse von Datenmaterial. Im Rahmen der Spring School und angeleitet durch erfahrene und international renommierte Praktiker und Praktiker-innen arbeiten die Workshopteilnehmenden jeweils mit einem Forschungsstil und diskutieren und reflektieren forschungspraktische Fragestellungen an konkretem empirischen Material.
Es werden drei parallele Workshops angeboten, die sich in diesem Jahr vor allem verschiedener Analysetechniken unterschiedlicher Materialarten widmen. Wir laden Sie herzlich ein, sich an den Workshops in aktiver Form also durch Einbringen von Forschungsdesigns und Material aus der eigenen Forschung zu beteiligen. Es besteht aber auch die Möglichkeit einer passiven Teilnahme, indem Sie am exemplarisch bearbeiteten Material anderer Teilnehmer lernen.

Workshops

AG1: Dokumentarische Methode

Leitung: Prof. Dr. Alexander Geimer (Universität Hamburg)
Die Dokumentarische Methode (DM) rekonstruiert anhand von Audio- sowie Bild-/ Videoaufzeichnungen die alltägliche Praxis anleitende Orientierungen, wobei bislang vorrangig präreflexiv-implizite Wissensstrukturen untersucht wurden. Im Workshop werden erstens die methodologisch-theoretischen Grundlagen der DM sowie zweitens aktuelle Weiterentwicklungen vorgestellt (z.B. Dokumentarische Subjektivierungsanalyse). Vor allem wird drittens anhand der Auseinandersetzung mit empirischem Material (Interviews, Gruppendiskussionen, Bilder) in die Forschungspraxis der Interpretation der DM eingeführt, indem methodische Vorgehensweisen gemeinsam angewandt und diskutiert werden. Viertens werden Interpretationen aktiver Teilnehmer_innen und ggf. Projekte passiver Teilnehmer_innen besprochen.

 

AG 2. Partizipative Forschung

Prof. Dr. Hella von Unger (LMU Universität München)
Partizipative Forschung trifft im deutschen Sprachraum zunehmend auf Interesse, insbesondere in anwendungsorientierten Feldern der Gesundheits- und Sozialforschung. Dort wird das Potential der partizipativen Forschung geschätzt, Partnerschaften zu fördern, reale Anliegen von benachteiligten Gruppen aufzugreifen, ressourcenorientiert vorzugehen, Lösungsansätze zu entwickeln, und dabei Macht- und Ungleichheitsverhältnisse kritisch zu reflektieren und Veränderungsprozesse in Gang zu setzen. Gleichwohl birgt die partizipative Forschung große Herausforderungen. Beispielsweise sind eine gute Kenntnis des Feldes, ausreichende Ressourcen und bestehende Vertrauensbeziehungen zwischen den Partner_innen erforderlich. Wissenschaftler_innen müssen neben fachlichen und kommunikativen Kompetenzen ein hohes Maß an Offenheit und Flexibilität aufbringen. Dies kann in einem Spannungsverhältnis zu Anforderungen und Erwartungen des wissenschaftlichen Systems stehen. Es ist daher ratsam, die Grenzen zwischen qualitativen und partizipativen Ansätzen offen zu halten und ihre Fluidität auszuloten. Der Workshop dient der Diskussion forschungspraktischer, methodologischer und forschungsethischer Fragen des partizipativen und qualitativen Forschens.

AG 3. Ethnografie

Leitung: Dr. Katja Hericks (Universität Potsdam)
Ethnographie ist mehr als teilnehmende Beobachtung- und das alleine wäre schon sehr viel. Ethnographie heißt, sich auf eine neue Welt oder eine bekannte Welt neu einzulassen, diese in einer Fülle zu erfassen, wie eir es sonst nur bei unserer eigenen Wohnung tun, auf eine Gratwanderung zwischen Vertrautheit und Fremdheit zu begeben und dabei auch sich selbst dem Feld auszusetzen. Dabei passiert es nicht selten, dass die Forschenden von dieser Fülle verschluckt oder auch vom Feld vereinahmt werden.
Im Workshop wollen wir uns mit der Herausforderung, dem Feld offen zu begegen, auseinandersetzen, uns für Beobachtung die Vielfalt der Möglichkeiten, das Feld zu erschließen, diskutieren und nicht zuletzt us mit den zahleichen Tücken der Ethnographie zu beschäftigen.

 

Teilnahme und Anmeldung

Aktiv Teilnehmende bringen eigenes Textmaterial aus ihrem Forschungsvorhaben ein. Die Auswahl findet unter Berücksichtigung der spezifischen Lernziele der einzelnen AGs statt. Alle anderen Teilnehmenden sind automatisch ‚passiv‘.
Für eine aktive Teilnahme reichen Sie bitte neben dem Anmeldeformular eine ca. 1-seitige Projektskizze mit Angabe der Untersuchungsfrage, der Art des empirischen Zugangs und der Art der generierten Daten ein. Erfahrungsgemäß bringt eine aktive Teilnahme aufgrund der Arbeit am eigenen Material wertvolle Denkanstöße und ergiebige Auswertungen. ‚Work in Progress‘ bietet sich für die aktive Teilnahme besonders an. Im Fall der Annahme werden Sie in Absprache mit den DozentInnen gebeten, exemplarische Auszüge Ihres Datenmaterials für die Gruppenarbeit bereit zu stellen. BewerberInnen für aktive Teilnahme werden wir bis Mitte März 2018 informieren, ob ihr Projekt in einem Workshop diskutiert werden kann.
Die Übernachtungskosten für aktiv Teilnehmende übernimmt die Universität Tübingen.
Einreichfrist für Material ist der 28. Februar 2018 Bitte senden Sie ihre Unterlagen an:
qualitative-forschung@ifsoz.uni-tuebingen.de
Indem passive Teilnehmende an fremdem Datenmaterial arbeiten, erhalten sie exemplarische Einblicke in spezifische Untersuchungsperspektiven und Analysestrategien und entwickeln Lösungsmöglichkeiten für die empirische Arbeit, die für das eigene Promotionsprojekt von Nutzen sind.

Anmeldung: Bis 20. März 2018 unter
qualitative-forschung@ifsoz.uni-tuebingen.de
Bitte nutzen Sie zur Anmeldung dieses Formular
Teilnahmegebühr (inklusive Tagesverpflegung):
50 € für Teilnehmende der Universität Tübingen
60 € für Teilnehmende anderer Universitäten

 

Workshopablauf

Die Veranstaltung findet statt im Schloss Hohentübingen, in der Burgsteige 11 in der historischen Tübinger Altstadt.

Donnerstag, 12.04.2018

12.00 – 13.00 Uhr Anmeldung und Begrüßungskaffee
13.00 – 13.15 Uhr Begrüßung durch die Workshop-
Organisatorinnen
13.15 – 14.00 Uhr Eröffnungsvortrag: Hella von Unger
"Co-Forschende, Partner/innen und Forschungssubjekte in der partizipativen Sozial- und Gesundheitsforschung"
14.15 – 18.00 Uhr Sitzung der Arbeitsgruppen 1-3:
Kurzvorstellung der Dissertationsprojekte,
Input und Diskussion zu den
jeweiligen Forschungsstilen, Arbeit
am exemplarischen Textmaterial,
praktische Übungen
ab 19.00 Uhr Gemeinsames Abendessen in einer
Tübinger Gaststätte (separate
Anmeldung; auf eigene Kosten)

Freitag, 13.04.2018

09.00 – 11.00 Uhr Sitzung der Arbeitsgruppen 1-3:
Fortsetzung der Übungen
11.00 – 11.30 Uhr Kaffeepause
11.30 – 13.00 Uhr Sitzung der Arbeitsgruppen 1-3
13.00 – 14.00 Uhr Mittagspause
14.00 – 16.00 Uhr Sitzung der Arbeitsgruppen 1-3
16.00 – 16.30 Uhr Kaffeepause
16.30 – 18.00 Uhr Abschlussplenum

 

Die Spring School wird organisiert von
Jörg Strübing
Barbara Stauber
Ursula Offenberger
Anno Dederichs
Mona Bierenstiel
Teresa Höfgen


Universität Tübingen
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Institut für Soziologie
Wilhelmstraße 36, 72074 Tübingen
Telefon 07071 29 75497
qualitative-forschung@ifsoz.uni-tuebingen.de
www.soziologie.uni-tuebingen.de/forschung/veranstaltungen
Diese Veranstaltung wird durch das Zukunftskonzept der Universität
Tübingen (Deutsche Forschungsgemeinschaft, ZUK 63) gefördert.
Eine Veranstaltung des Zentrums für empirische Methoden (ZMES) der
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät
Foto: © Colourbox.de

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